„Wenn Glücksspiel Leiden schafft“ Hessenweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht

Am heutigen Mittwoch, 29.09.2021, findet der alljährliche hessenweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Da uns Corona auch dieses Jahr begleitet hat, konnten wir als hessische Fachberatungen keine Öffentlichkeitsaktion im klassischen Sinn planen, dass wir vor Ort in den Innenstädten, Schulen etc. anzutreffen sind. Daher haben wir uns eine Öffentlichkeitsaktion überlegt, die ganz unberührt von den aktuellen Bestimmungen durchgeführt wird: ein Videoclip! Mit viel Arbeit und Herzblut haben wir hessischen BeraterInnen diesen Clip generiert und zusammengestellt. Der Clip läuft unter dem Titel „Wenn Glücksspiel Leiden schafft.“ Auch unsere Fachberatung für Glücksspielsucht ist Teil des Videoclips.

Im neuen Videoclip der HLS geben Fachberater*innen stellvertretend für ihre Klient*innen deren Zitate wieder. Erstmalig wird auf diesem Weg ein Einblick in die durch das Glücksspiel oftmals sehr schwierigen Lebensumstände hessischer Klient*innen gewährt. Mit der landesweiten Aktion machen die HLS und die regionalen Fachberatungen für Glücksspielsucht auf die Risiken von Glücksspielen und deren Auswirkungen auf Menschen aufmerksam.

In Hessen haben mehr als 31.000 Menschen massive Probleme mit Glücksspielen. Hinzu kommen zahlreiche Angehörige, die von der Problematik ebenfalls betroffen sind. Das Leid hinter dieser abstrakten Zahl wird konkreter, wenn es sich am Lebenslauf eines einzelnen Menschen festmacht. Der Traum vom bürgerlichen Leben ist zerschlagen: Kinder großziehen, ein Haus bauen. Geblieben sind oft nur Berge von Schulden. Es sind Beiträge im Videoclip, in denen die persönliche, die menschliche Perspektive der Glücksspielsucht deutlich wird. Glücksspielsucht (Pathologisches Glücksspielen) ist seit 2001 als eigenständige Krankheit anerkannt. Daraus ergeben sich für die Betroffenen wichtige Unterstützungsleistungen: Es besteht ein Anspruch auf ambulante, stationäre und (Nachsorge-) Leistungen, die von den Rentenversicherungsträgern bzw. den Krankenkassen finanziert werden. Menschen, die sich den umfangreichen und stets zur Verfügung stehenden Glücksspielangeboten nicht entziehen können und ein pathologisches Glücksspielverhalten entwickeln, erhalten fachliche Unterstützung und Hilfe bei den 15 spezialisierten Fachberatungen für Glücksspielsucht in Hessen. Im Werra-Meißner-Kreis befindet sich diese in der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention des Diakonischen Werks Werra-Meißner.

Mit Glücksspielangeboten ist jeder Lebensraum durchdrungen, sich diesen zu entziehen fast unmöglich. Dazu arbeitet die Glücksspielindustrie ständig an ‚Innovationen’, die einen Suchteinstieg durchaus begünstigen und erleichtern. Abhilfe kann hier nur die Politik schaffen, denn sie muss nicht nur für die gesetzlichen Regelungen zum Spieler*innen- und Jugendschutz sondern auch dringend für deren Umsetzung sorgen.

Um den Zugang in die Beratung zu erleichtern, bietet die fachstelle für Suchthilfe und Prävention jeden Dienstag von 15:30-17 Uhr eine Chatberatung per Telegram an. Unter @gluecksspiel_suchthilfe kann man auf Wunsch auch anonym Kontakt aufnehmen.

Hier gehts zum Videoclip: